Welthaltige Zahlenkolonnen

Mit “Unbändig. Hanne Darboven” von Verena Wagner ist parallel zur großen Retrospektive der in Hamburg geborenen Künstlerin (1941-2009) in der Bundeskunsthalle in Bonn eine Biografie im Verlag Hatje Cantz erschienen, die mit Augenmaß das Privatleben der Künstlerin in den Blick nimmt. Carl Andre, Lawrence Weiner oder Kasper König, aber auch Darbovens Galeristen Markus Peichl und Andreas Osarek oder die Schwester Ellen kommen auf der Suche nach der Künstlerin, die nach ihrem Durchbruch in New York zurückgezogen gelebt hat, zu Wort. Hanne Darboven sagte über sich selbst, “Mein Geheimnis ist, dass ich keins habe.” und so ist die Lektüre die Kür nach einer Pflicht, die keine ist: sich bei aller Nüchternheit der Zahlenkolonnen mit der Poetik eben dieser in den Arbeiten von Hanne Darbovens auseinanderzusetzen.

Verena Berger: “Hanne Darboven. Unbändig”, Hatje Cantz, 264 Seiten, 38,80 Euro